Ausstellung

»Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie«

Rückblick auf eine Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst

Im Jahre 1946 eröffnete der Publizist und Verleger Tony Godwin in der Charing Cross Road 92-94 in London einen Buchladen, dem er den Namen »Better Books« gab.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Godwin innerhalb der verlegerischen Avantgarde bereits einen Namen gemacht. Gemeinsam mit Lawrence Ferlinghetti, einem bekannten Vertreter der Beat-Generation, intensivierte Godwin den Austausch zwischen kleineren Verlegern und initiierte den Handel mit ansonsten nicht erhältlichen oder zensierten Büchern der Londoner counter-culture.

Die kulturelle Revolution, die London in den 1950er und 1960er Jahren durchlief, veränderte die Sichtweise auf die etablierte Kultur und »Better Books« wurde schon bald zum Treffpunkt für eine große Bandbreite an Künstlern, Dichtern und Musikern aber auch Schriftstellern, Filmemachern, Aktivisten und Avantgardisten der Nachkriegszeit. Im Entfremdungsprozess von der vorherigen Generation machten sie sich dort auf die Suche nach neuen Wegen der Loslösung, stellten die Gegenwartskunst in Frage und brachten mit ihren Werken eine radikale Reformulierung des künstlerischen Schaffens ins Rollen.

In der Ausstellung »Better Books: Kunst, Anarchie und Apostasie« präsentierte das ZKM | Museum für Neue Kunst bisher selten gezeigte Fotografien, Kunstwerke, Filme und Gedichte, die zum Zeugnis dieses Aufbruchs wurden. Die Präsentation gab einen tiefen Einblick in die Szene um den Buchladen »Better Books«, der sich zur Sammelstelle der Kulturkritiker und zur Geburtsstätte für Kreativität entwickelte. Neben einem Rundgang durch die Ausstellung zeigt das Video die Kuratorin Rozemin Keshvani, die über die Bedeutung des Buchladens für die Londoner Avantgarde-Bewegung berichtet.

Text: Stefanie Jakob

Print Friendly
  • macmahony
    Februar 16, 2013 //

    prima schau in eine weniger bekannte szene mit allerdings starken impulsen auch in richtung medienkunst: endlich weiss ich auch mal das wirken eines jeffrew shaw zu schätzen.

Kommentar schreiben

Kommentarrichtlinien

Dorcas Müllers »Die Erschaffung des Neuros« im Videoprogramm der Frauenperspektiven 2015 Das Video beginnt mit folgender Einstellung: Eine Hand ragt

Print Friendly

Ausschließlich im Internet: Frauen Video Arbeiten – ein virtueller Beitrag zu den Karlsruher Frauenperspektiven 2015 Nicht nur, dass das ZKM

Print Friendly

Am 18. März 2015 führte Lynn Hershman Leeson persönlich durch ihre Retrospektive »Lynn Hershman Leeson. Civic Radar«. Circa 30 BesucherInnen

Print Friendly

Lynn Hershman Leeson stellt in ihrer Installation »The Infinity Engine« genmodifizierte Fische zur Schau. Seit einigen Monaten befindet sich im

Print Friendly

Bis zum 27. Januar konnte man in der ZKM_Medialounge die Ausstellung »Schl@gfertige Typen« besuchen. Da bereits Anfang des Jahres die

Print Friendly

Als ich im vergangenen September Gast bei den Panhuysens im Apollohuis in Eindhoven sein durfte, war Paul schon ein schwer

Print Friendly

In Manifestationen, Vorträgen, Performances, Führungen und Konzerten konnten alle BesucherInnen am Dreikönigstag Möglichkeiten erproben, wie sich Kunst und Wissenschaft immer

Print Friendly

Am 13. Dezember fanden wir in einem Workshop heraus, wie das geht. Mit Lupe, Klebeband und Schuhkarton entstand der Beamer

Print Friendly