Gastkünstler im Gespräch

»Chicks on Speed« Performance Lecture

Seit 2012 sind »Chicks on Speed« Gastkünstler am ZKM | Karlsruhe und arbeiten an ihrem neuen Album.

Mitte der 90er Jahre lernten sich Alex Murray-Leslie, Kiki Moorse und Melissa Logan an der Akademie der Künste in München kennen. Die „Chicks on Speed“, wie sie sich fortan nannten, wurde zu einem multinationalen Kollektiv das sich nicht nur der bildenden- und darstellenden Kunst, sondern auch der Musik verpflichtete. Nach frühen Performance-Projekten an der Münchner Akademie der Künste, wandten sie sich bald von der konventionellen Haltung gegenüber künstlerischer Praxis ab und dem Pop zu. Mit eigens gebauten Instrumenten, Kostümen, Objekten, Mindmaps und Klanginstallationen dekonstruieren sie bis heute etablierte Rollen- und Bühnenkompositionen. Schnell wurde aus Pop, Ready-Made, Performance und Mode ein Kunst-Event gegen tradierte Normen – nonkonform, feministisch, partizipativ. Musikalisch finden sich Chicks on Speed im Genre des Electroclash wieder. Ihre „Aufführungen“, die konsequent von Improvisation geprägt sind, zeichnen sich durch eine Mischung aus elektronischen Beats, visueller Kunst, Choreografie und Mode aus.

In diesem Sinne war auch der Auftritt im ZKM ein kontrolliertes Chaos mit Popattitüden – aus einem aufwendig vorbereiteten Bühnenensemble und der improvisierten Live-Show – das den Auftritt im ZKM_Kubus ebenso attraktiv wie verunsichernd machte. Bühne und Zuschauerraum ließen sie dabei hinter sich, das scheinbar evozierte „anarchische“ Chaos wurde zum Hauptbestandteil ihres Gesamtkunstwerkes, das die Grenzen zwischen Museum, Atelier und Bühne verschwimmen liess. Neben einem Konzert im Kubus des ZKM | Karlsruhe gaben Chicks on Speed (Alex Murray-Leslie, Melissa Logan, Anat Ben-David) im Gespräch mit Ludger Brümmer Einblicke in ihr aktuelles Schaffen. So entstand u.a. im Jahr 2011 ein Cover von Peter Weibels „Sex in der Stadt“ von 1983.

 

“Is it art or is it fashion? Does it matter? Not if it makes you think. And what I think when I see this: what a good idea.”

Vanessa Friedmann, Fashion Editor, Financial Times, London

 

Text: Philipp Baumgarten

Weitere Informationen unter: http://www.chicksonspeed.com/

Kommentar schreiben

Kommentarrichtlinien

NGOs und Hilfsorganisationen richten ihre Förderrichtlinien auch weiterhin an Projekten aus, die nach Lösungen für soziale Unruhen suchen oder diese

Im Lauf des letzten Jahrzehnts wurde das Internet zu einem Labor nicht nur für technische, sondern mehr noch für soziale

Sie heißen Sada al-Sham [Echo Syriens], Enab Baladi [Trauben meines Landes] oder Souriatna [Unser Syrien]. Die Titel der neuen Bürgermedien

In den letzten zwanzig Jahren ist viel von der Durchlässigkeit der Grenzen gesprochen worden, um die Vorteile der Globalisierung hervorzuheben.

Über die richtige Medikation von politischer Aktionskunst   In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin steht ein von Historikern zusammengestellter,

1995 eröffnete im kalifornischen San Diego das von den Sandia National Laboratories geleitete Border Research and Technology Center (BRTC). Das

Kunstaktivismus und die Maske der Institution    „Wir werden möglicherweise noch erleben, wie sich die allgemeine Bedeutung der Kunst grundlegend

Edgar Endress ist Assistenzprofessor an der George Mason University, wo er Neue Medien und Public Art unterrichtet. Die Werke des