GLOBALE

Kunst/ 300 Tage lang/ global gesehen/ ab Juni 2015

ab Juni 2015/ 300 Tage/ im ZKM und an ausgewählten Orten der Stadt Karlsruhe

Die Globalisierung hat die Welt verändert. Aber auch die Funktion und der Kontext von Kunst sowie die Art und Weise, wie Kunst präsentiert wird, haben sich gewandelt. Daher nennt das ZKM dieses neue Ausstellungsformat, das die Vielfalt und den Reichtum der gegenwärtigen Kunst zeigt, die GLOBALE. Es geht dabei nicht um eine geopolitische Ausdehnung des Kunstsystems auf bisher marginalisierte Kontinente, sondern um das Aufzeigen der kulturellen Effekte der Globalisierung, die wechselseitigen Einflüsse und Infragestellungen verschiedener Kulturen. Lange Zeit galten Kunst, Philosophie und Religion als dominante, aber auch rivalisierende Systeme der Welterklärung. Seit der Neuzeit allerdings sind Naturwissenschaft, Technik und Politik als Referenzsysteme hinzugekommen. Sie interpretieren die Welt nicht nur, sondern sie haben auch eine neue Werkzeug-Kultur geschaffen, mit der sie die Welt verändern. Dieses Moment der Handlung hat auch die Kunst übernommen, was nach der ikonischen und linguistischen zur performativen Wende und zur Substitution von Repräsentation durch Realität führte. Daher sollen mit zeitgenössischen Mitteln aus allen Disziplinen wie Kunst, Design, Architektur, Musik, Medien, Naturwissenschaften, Technik, Ökonomie, Ökologie, etc. neue Optionen thematisiert werden.  Die GLOBALE wird gleichzeitig mit dem 300-jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung der Stadt Karlsruhe im Juni 2015 beginnen und bis Mitte April 2016 andauern.

 

RENAISSANCE

Im Spiegel der Globalisierung werden wir heute mehrerer Kulturen gleichzeitig ansichtig. Dadurch fließen auch andere Traditionslinien in die Gesamtbetrachtung ein. Wir müssen also von erweiterten Begriffen der Antike und der Renaissance ausgehen. Die GLOBALE wird zeigen, wie sich Kunst und Wissenschaft durch neue Technologien einander annähern, und eröffnet somit eine Dimension der Zukunft – eine Renaissance 2.0: Die Verbindungen von Kunst, Wissenschaft und Technologie, von digitaler Revolution und Demokratieentwicklung werden mithilfe des neuen Kunstbegriffs offengelegt.

 

GLOBALISIERUNG

Die technischen Innovationen, unter denen eine entscheidende das Globale Internet ist, bildeten wichtige Voraussetzungen für die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen, die unter Globalisierung zusammengefasst werden. Diese hat durch die Aufhebung politischer und ideologischer Schranken auch Effekte auf die Kultur. Global bedeutet heute eine Sicht auf die Welt nicht als Globus, sondern als Mündungsgebiet vieler kultureller Strömungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.  Der GLOBALE geht es jedoch nicht um eine geopolitische Ausdehnung des Kunstsystems auf bisher marginalisierte Kontinente, sondern um das Aufzeigen der kulturellen Effekte der Globalisierung. Die GLOBALE zeigt Werke aus aller Welt, die deutlich machen, dass nicht mehr allein der westliche Blick entscheiden kann, was Kunst ist und was nicht.

 Zurück zum Anfang

EXO-EVOLUTION

WissenschaftlerInnen sprechen davon, dass wir uns heute in der Epoche des Anthropozän befinden, in der der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde geworden ist. Institutionen und Individuen aus aller Welt werden zeigen, wie sie heute schon Zukunft gestalten und den Planeten Erde für Menschen weiterhin bewohnbar machen. Mit der industriellen Revolution ist der Mensch mehr und mehr zum „Freigelassenen der Schöpfung“ (J.G. Herder 1734-1791) geworden. Er trat aus der natürlichen Evolution in die selbstgemachte Exo-Evolution. Nun kommt es darauf an, dass die Freigelassenen der Natur nicht zum Gefangenen des neuen Informations- und Militärkomplexes werden. Bürgerbeteiligungen, Bilder der Wissenschaft und Big Data werden hier eine große Rolle spielen, ebenso die Themen Energie, Ressourcen und globale Gesundheitspolitik.

 

INFOSPHÄRE

Neben der Atmosphäre, die unabdingbar für das Leben der Menschen auf dieser Erde als biologische Wesen ist, zeigt sich, dass für das Zusammenleben von 7 Milliarden Menschen als soziale Wesen auch eine Infosphäre notwendig ist: Ein weltweit umspannendes Netzwerk von drahtlosen Funkverbindungen via elektromagnetischen Wellen (Radio, Fernseher, Telefon, Satelliten, Internet, etc.) . Dieses garantiert den globalen Datenaustausch und die Organisation von Gütern durch Datenverkehr. Die Gefahr der Verschmutzung gilt für die Info- wie die Atmosphäre. Freiheit für die Infosphäre ist daher Gesetz und ein 11. biblisches Gebot notwendig: Du sollst nicht begehren deines Nachbarn Daten.

 

AUSSTELLUNG IM FLUSS

Die Ausstellung wird nicht statisch bleiben, sondern sich im Laufe der Monate verändern. Um einige zentrale Exponate werden regelmäßig neue Arbeiten gruppiert, so dass die BesucherInnen wiederkehren können, um immer wieder Neues zu entdecken. Eine nicht-hierarchische, multipolare neue Art der Ausstellung entsteht, die durch Partner aus aller Welt in vielen Facetten das gegenwärtige globale Kunstschaffen erstmals vorstellt.

Die GLOBALE wird alle Ausstellungsflächen des ZKM | Karlsruhe, sowie den öffentlichen Raum der Stadt Karlsruhe bespielen. Werke werden an ausgewählten Orten, die von historischer Bedeutung für die Kultur und die Wissenschaft sind, zu sehen sein.

Zurück zum Anfang

  • Globalizer
    August 22, 2014 //

    Wenn sich Karlsruhe und das ZKM da nicht mal übernimmt. Das ganze Getue in der Stadt ist eher lächerlich als global. Peinlich für jeden, der außerhalb der Karlsruher Schranken darauf angesprochen wird…

Kommentar schreiben

Kommentarrichtlinien